Wo sind die besten Spots in Europa für Windsurfer?

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Die Übungen auf dem Trockenen sind absolviert, die Handgriffe sitzen und das Gefühl für das Gleichgewicht wird sich dann auf dem Wasser schon einstellen. Es ist jetzt nur noch die Frage, wo man sich das erste Mal den wirklichen Bedingungen des Windsurfens ausliefern möchte. Wellen, Wassertiefe, Windrichtung, Strömungsbedingungen – dies alles sind Kriterien, die bedacht werden wollen, und nicht zuletzt spielt auch die Erreichbarkeit eine Rolle. Wie viele Autostunden Entfernung darf es sein? Die gute Nachricht: Es gibt sehr viele ausgezeichnete Spots für Windsurfer in Europa. Für gutes Windsurfen muss man weder in die Karibik noch nach Südostasien fliegen. Die schlechte Nachricht: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Spots für Aufsteiger

Reinfallen, wieder aufstehen, aufs Brett steigen, Segel ergreifen – es sind an den ersten Tagen immer dieselben Bewegungen, die geübt werden müssen. Deshalb sind Lagunen mit flachem Wasser und gemäßigten Winden für die ersten Versuche sicherlich empfehlenswert. Lagunen wie Porto Pollo auf Sardinien, Sotavento auf Fuerteventura, in Griechenland Saint-George Beach auf Naxos, Psalidi auf Kos und vor allem Vassiliki auf Levkada sind windkonstante Spots, wo sich Windsurfer zusammenfinden, wenn es um die Kombination von Wärme, Flachwasser und geeignetem Wind (auflandiger Wind und Sideshore) geht. Ablandiger Wind ist wegen der Gefahr des Abtreibens für Anfänger nicht geeignet.

Windsurfer-Paradiese jenseits der Alpen

Für Fortgeschrittene liegt einer der klassischen Windsurferspots quasi vor der Haustür: Der Gardasee bietet als der größte der oberitalienischen Seen aufgrund der Lage am südlichen Rand der Alpen optimale Bedingungen. Abgesehen von der herrlichen Natur und der touristisch exzellent erschlossenen Region, bestimmen zwei zuverlässige Winde den Tagesablauf an diesem Windsurferparadies: Der Vento ist ein in der Nacht aufkommender Wind, der bis zum Vormittag weht, der Ora ein ab der Mittagszeit aufkommender Südwind. Am entgegengesetzten Ende Europas, Richtung Norden, liegt der Spot Ringkøbing Fjord in Dänemark, wo sich ausgezeichnet speedsurfen lässt, wenn die Wetterverhältnisse stimmen – und natürlich gute und warme Surferkleidung vorausgesetzt. Frankreich verfügt mit Küsten im Südosten, Westen und Norden über kilometerweise Strände an Mittelmeer und Atlantik. Zu den französischen Hotspots für Windsurfer gehören der Étang de Leucate nahe des Mittelmeers sowie Hossegor am Atlantik. Doch auch in anderen südeuropäischen Ländern finden Fortgeschrittene Herausforderungen, beispielsweise das am Mittelmeer und nicht weit von der Metropole Izmir gelegene Alacati in der Türkei. Dort, wo der von der Professional Windsurfer Association (PWA) abgehaltene Slalom-Worldcup stattfindet, genießen auch Freizeit-Windsurfer herausragende Bedingungen. Daneben sind Flachwasserareale, mit dem Meltem ein ab Mittag wehender Wind und die klimatischen Bedingungen des Mittelmeeraums mit 32 Grad Celsius Luft- und 23 Grad Celsius Wassertemperatur der Grund für die jährlich in die Tausende gehenden, begeisterten Windsurfergäste.

Spots an Ost- und Nordsee

Wer ohne lange Anreisezeit innerhalb Deutschlands windsurfen möchte, findet sowohl an Nordsee wie an Ostsee einige sehr schöne Spots. Auf der Ostseeinsel Fehmarn lässt sich beispielsweise an der Orther Reede surfen. An der Nordsee sind das Ijsselmeer in den Niederlanden, Sankt Peter-Ording oder die ostfriesische Insel Borkum eines der schönsten Windsurferspots nördlich der Alpen.