Der neue Trend – aufblasbare Surfbretter

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Surfen hat eine lange Tradition: Beginnend bei den Polynesiern, die sich zum Fischen auf einfachen Holzbrettern aufs Meer wagten, über surfende Monarchen auf Hawaii, die die Strände mit den besten Wellen für sich beanspruchten, das Wellenreiten wird schon seit Jahrhunderten mit Enthusiasmus betrieben. Ab dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts verbreitete sich der Surfsport ausgehend von Amerika über die ganze Welt. Mit zunehmender Popularität wuchsen auch die Bemühungen, die Bretter technisch zu verbessern. Fortschritte in der Formgebung, Materialbeschaffenheit und verbesserte Detaillösungen führten dazu, dass die Surfboards im Laufe der Zeit immer wendiger und leistungsfähiger wurden. Ein Nachteil blieb dabei aber immer erhalten: Ein Surfbrett ist groß, sperrig und schwer zu transportieren. Die Lösung des Problems kam ursprünglich aus dem Stand-Up-Paddle Bereich, einem Sport, der sich seit den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stetig wachsender Popularität erfreut. 2001 kam in den USA das erste aufblasbare SUP-Board auf den Markt, nach einigen Jahren zogen andere Anbieter auch in Europa nach, um die rapide ansteigende Nachfrage zu befriedigen. Von Surf-Puristen anfangs belächelt, zeigte sich bald, dass die sogenannten iSUPs – die Abkürzung für inflatable Stand-Up-Paddle Boards – eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Surfboards aufweisen. Dies hat inzwischen dazu geführt, dass heutzutage der Marktanteil von aufblasbaren Surfbrettern wesentlich größer ist als der von herkömmlichen Hardboards.

Wie funktioniert ein aufblasbares Surfbrett?

Im leeren Zustand soll das Board flexibel sein, im aufgeblasenen Zustand dagegen bretthart. Dies wird durch die sogenannte Dropstitch-Technologie erreicht. Tausende von Polyesterfäden verbinden im Inneren Ober- und Unterseite des Bretts. Durch das Aufpumpen verleihen diese Filamente dem Board die nötige Steifigkeit. Die Außenhaut des Surfbretts besteht aus widerstandsfähigem PVC, das dem Board die Form gibt und vor Beschädigungen schützt. Die Finnen sind in der Regel abnehmbar, um den Transport zu erleichtern.

Die Vorteile von aufblasbaren Surfbrettern

Der Hauptvorteil eines inflatable Boards liegt auf der Hand: Transport und Aufbewahrung sind wesentlich einfacher als bei Brettern mit solidem Body. Im nicht aufgeblasenen Zustand passt das Board in den zugehörigen Rucksack und kann überall mit hingenommen warden. Zuhause wird das Surfbrett einfach im Wandschrank oder unter der Treppe verstaut. Ein aufblasbares Surfboard ist auch deshalb wesentlich einfacher zu transportieren, weil es wesentlich leichter ist als die Hardboard-Variante.
Ein weiterer Vorteil ist, dass ein aufblasbares Surfbrett nicht so anfällig gegenüber Kratzern und Macken ist, wie ein herkömmliches Hardboard. Mit dem Einsatz von hochwertigem und teilweise mehrlagigem PVC ist ein inflatable Board gegen Beschädigungen gut geschützt.
Nicht zuletzt spielt auch der Preis eine Rolle: Ist ein qualitativ gutes aufblasbares Board schon ab 500 Euro zu haben, muss für ein entsprechendes Hardboard rund das doppelte bezahlt werden.

Einsatzmöglichkeiten für inflatable Boards

Die größte Verbreitung haben aufblasbare Surfbretter im Bereich des Stand-Up-Paddling gefunden. Hier gibt es inzwischen ein riesiges und teilweise schon unübersichtliches Angebot an unterschiedlichen Boards für jeden Anspruch und Einsatzbereich. Allrounder, Touringboards, Racingboards – für jeden ist das passende zu finden. Auch besondere Wünsche können befriedigt werden, so gibt es sogar speziell ausgestattete Anglerboards.
Auch Windsurfen ist mit einem iSUP möglich, wenn auf der Oberseite ein Gewinde zur Montage eines Surf-Riggs montiert ist. Anfängern erlaubt ein solches Board durch das gutmütige Fahrverhalten einen leichten Einstieg in den Sport.
Einsteiger in den Kite-Sport finden in einem aufblasbaren Surfboard einen idealen Begleiter. Kippsicher und auch bei leichtem Wind einsetzbar machen diese Surfbretter das Kitesurfen auch für Ungeübte zum Vergnügen.
Mittlerweile gibt es auch im Bereich des Wellenreitens gute aufblasbare Boards. Hier war bisher die gegenüber einem Hardboard vergleichsweise geringere Steifigkeit eines aufblasbaren Surfbretts ein Manko. Die enormen Fortschritte im Bereich der Inflatables führen aber auch hier zu ständigen Verbesserungen. Hervorragende Gleiteigenschaften, gute Fahrdynamik bei gleichzeitiger Wendigkeit und ein geringes Verletzungsrisiko machen ein aufblasbares Board zu einer ernstzunehmenden Alternative auch im Surfbereich.

Die technische Entwicklung geht hin zu noch leichteren, steiferen und sicheren Brettern und ein Ende der unglaublichen Erfolgsstory der aufblasbaren Surfboards ist noch lange nicht in Sicht.